Zum ersten Mal in der Geschichte Frankreichs diskutierten Experten in der Assemblée Nationale über den Umgang mit dem Phänomen - wir waren dabei.

Das erste UAP-Kolloquium in der französischen Nationalversammlung: Am 29. Juni 2026 sprachen dreizehn Fachleute aus Forschung, Militär, öffentlicher Verwaltung und Journalismus über ein Thema, das jahrzehntelang zwischen Spott und Geheimhaltung eingemauert war. Organisiert wurde es von den Abgeordneten Pierre Henriet (Mathematiker und Epistemologe) und Arnaud Saint-Martin (Wissenschaftssoziologe), beide Mitglieder des parlamentarischen Amtes zur Bewertung wissenschaftlicher und technischer Entscheidungen OPECST. Die Veranstaltung verfolgte ein klares Ziel: nicht das Rätsel zu lösen, sondern zu klären, wie ein moderner Staat die Untersuchung von Beobachtungen organisiert, die auch nach gründlicher Analyse rätselhaft bleiben.

Was Sie in diesem Video erwartet:

— Der Leiter des GEIPAN (des seit 1977 im CNES betriebenen offiziellen Untersuchungsdienstes) legt offen, wie 80–100 Fälle jährlich mit ehrenamtlichen Ermittlern, kognitiven Interviews und einem 18-köpfigen Expertenkomitee ausgewertet werden — und warum dennoch 2–3 % der Fälle „unerklärt“ bleiben.

— Ein hoher Offizier der Luft- und Raumstreitkräfte (CAPCODA) beschreibt, wie das französische Radarnetzwerk zivil-militärisch fusioniert wird und mit welchen UAP die Luftwaffe zu tun hat — und schildert einen konkreten Fall vom Frühjahr 2026, den GEIPAN dank CAPCODA-Daten aufklären konnte.

— Der Präsident der Ingenieurskommission SIGMA 2 der 3AF präsentiert konkrete Analysefälle, darunter eine Baumrinden-Analyse, deren Bestrahlungsniveau einer Leistung von 600 Megawatt — der Leistung eines Kernkraftwerks — entsprach.

— Anthropologe Pierre Lagrange nimmt 40 Jahre UFO-Forschung auseinander: Wie das Thema seit 1947 systematisch verzerrt wurde, zuerst als „Volksaberglaube“, dann als „Verschwörungstheorie“ — und warum zeugenbasiertes Wissen im 17.–19. Jahrhundert aus dem wissenschaftlichen Kanon herausfiel.

— Baptiste Friscourt (The Debrief, Sentinel News) präsentiert eine internationale Bestandsaufnahme, die die belgische UFO-Welle 1989–1991, die aktuelle US-Kongressdebatte um Whistleblower-Schutz nach Anna Paulina Luna, chinesische KI-gestützte UFO-Abfangprogramme, japanische Regierungsinitiativen und brasilianische Fälle (Colares 1977, Varginha 1996, 2026 von einem Ex-Verteidigungsminister bestätigt).

— Der ehemalige Ministerialberater Sylvain Maisonneuve analysiert die strukturellen Schwächen des französischen Staates im Umgang mit „signalschwachen“-Themen und fordert eine parlamentarische Mission flash mit klarer Governance.

Das Bemerkenswerte: Frankreich verfügt mit dem GEIPAN über ein weltweit fast einzigartiges Instrument zur transparenten Erforschung von UAP — aber die wissenschaftliche Schleife ist nicht geschlossen, denn europäische Standards fehlen. Doch die „starken Signale“ aus Washington, London, Moskau, Peking und Tokio verlangen eine französische Antwort. Empfehlungen an das Parlament sind angekündigt.

Wer das Thema jenseits der Phantasmen ernst nehmen will, sollte dieses Kolloquium gesehen haben.

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